Familienhäuser

Das Wandtattoo zeigt alle Waisenkinder, die im Familienhaus Bögöz leben oder gewohnt haben: es sind bereits 21!

Aus Kindern werden Leute

 



 

1998 wurde unser 1. Familienhaus in Rugonfalva, ganz in der Nähe der Stadt Keresztur bezogen: Piroska und Mihael waren die beiden ersten Erzieher aus dem großen Waisenhaus, die sich bereit erklärt hatten, zusammen mit 10 Heimkindern in das von uns errichtete Haus einzuziehen. Levente, der auch zuvor im Heim gearbeitet hatte, wurde als 3. Erzieher angestellt. In der Küche half Ida, die aus dem Dorf Fiatfalva stammt. Später übernahm László Irenke diesen Posten.

Auf dem Foto sind alle 10 Kinder abgebildet, die in Rugonfalva gewohnt haben:

Enikö, Csaba, Elemér, Istvan, Tünde, Levente, Beata, Melinda, Richard und der „kleine“ Csaba.

Was ist aus den Kindern von damals geworden?

Richard, oben erwähnter ehemaliger Mitbewohner in Rugonfalva, meldete sich Mitte Oktober 2012 per E-Mail bei uns. Er hat inzwischen sehr gut Deutsch gelernt und lebt und arbeitet in der Nähe von Bautzen in Sachsen (s. „Richards Bericht“ und Zeitungsartikel), Im November, anlässlich unserer Jubiläumsfeier, fand ein Treffen statt und wir haben viel von ihm über die Zeit im Familienhaus erfahren dürfen.

Er konnte uns folgendes über die anderen Kinder aus dem Familienhaus berichten:

Csaba und Beáta haben beide Abitur gemacht und leben in einem eigenen Haus in Rugonfalva ganz in der Nähe des Familienhauses. Csaba hatte eine Automechaniker Lehre begonnen aber nicht beendet. Sie arbeiten zusammen 6 Monate im Jahr in Deutschland (in der Landwirtschaft) und haben auch in Rumänien etwas Land und einige Tiere. Enikö hat Abitur gemacht und lebt mit ihrem Mann in Rugonfalva, sie haben zwei Kinder. Tünde lebt mit einem Zigeuner zusammen, der Körbe herstellt, in Rugonfalva in der Zigeuner-Siedlung. Elemer, Levente und der „kleine“ Csaba haben alle ihr Abitur bestanden und leben nun in Ungarn. Von Csaba wissen wir, dass er Tourismus studiert hat. Alle arbeiten in Betrieben und haben ein zufriedenstellendes Ein- und Auskommen. Melinda hat Betriebswirtschaft studiert und den Sohn vom Pastor in Rugonfalva geheiratet. Sie leben in einem Haus in Rugonfalva. Seitdem die ehemaligen „Kinder“ das Familienhaus verlassen haben, ist der direkte Kontakt abgebrochen. Sehr zufrieden sind wir damit, dass sich alle neu orientiert und eine eigene Existenz aufgebaut haben. Wir sind überzeugt, dass die Grundlagen dafür im Familienhaus gelegt wurden. Mihael, der Erzieher-Vater sei zwar streng aber immer gerecht gewesen und die Kinder haben von dieser Erziehung langfristig profitiert ist sich Richard sicher.



Die Familienhäuser

Haus Balint in Ujskely
Ehepaar Grätsch und Laszlo vor dem Haus in Simenfalva

Rumänien gehört zu Europäischen Union. Seit der Revolution 1989 als der grausame Diktator Ceaușescu gestürzt wurde, hat sich in Rumänien vieles geändert. Aber leider nicht alles nur zum Positiven! Die Not in den ländlichen Gebieten ist geblieben oder hat sogar  zugenommen! Immer noch werden Neugeborene aus finanzieller Not in den Krankenhäusern gelassen. Einige Familien müssen aus einer akuten Notlage heraus Kinder in die Obhut der staatlichen Behörden geben. Früher gab es große Waisenhäuser - seit einigen Jahren wurden alle geschlossen, um damit die Auflagen der Europäischen Union für den EU-Beitritt zu erfüllen. Unser Konzept Familienhäuser als Ersatz für Massenheime wurde vor gut 20 Jahren entwickelt und ist vor 15 Jahren mit dem 1. Haus für 10 Kinder in Rugonfalva gestartet. Seit 2011 haben wir 5 Häuser in verschiedenen Dörfern um die Stadt Keresztúr in Siebenbürgen errichtet. In jedem Haus wohnen ein Ehepaar und 10 oder teils 12 Kinder, von 2 bis 20 Jahren. Ein 3. Erzieher und eine Köchin unterstützen die beiden Hauseltern. Mit einigen Fotos wollen wir Eindrücke aus den Familienhäusern wiedergeben.

Die Namen der Eltern und der Ort der Häuser:

  • Gisella und Ferenc Kiss (Rugonfalva)
  • Etelka und Albert Kotch (Bögöz)
  • Ilonka und Misi Bálint (Újszékely)
  • Robert und Hajni Bán (Újszékely)
  • Anna Molnár und Domakos Bán (Simenfalva)
Großfamilie in Bögöz 2011