1992 bis 2017: Jubiläum 25 Jahre!

Wurzeln, Wendungen und Personen

 

 

Wurzeln

 

Jedes Kind hat ein Recht auf eine Familie!

 

Genauer: „Jedes Kind hat ein grundlegendes Recht auf Fürsorge, das ein möglichst konstantes familiäres Umfeld sowie kontinuierliche Erziehung sicherstellen soll. Nach Möglichkeit sollten die Eltern gemeinsam für die Erziehung und Entwicklung ihres Kindes verantwortlich sein. Falls dies aus irgendeinem Grunde nicht möglich ist, hat das Kind ein Recht darauf, dass der Staat für eine angemessene Alternative sorgt, wie beispielsweise die Aufnahme in eine Pflegefamilie, Adoption oder Unterbringung in einer kindgerechten Betreuungseinrichtung. Im Mittelpunkt sollte hierbei immer das Wohl des Kindes stehen!“

 

(Un-Kinderrechte, Wiedergabe von Andreas Röckener in http://www.kinderkinder.de/kinderrechte.html)

 

Diese Worte sind schnell gesagt, aber wir haben eine lange Entwicklung gebraucht, um gemeinsam dahin zu kommen, dass dieses Kinderrecht das Handeln der RAGH bestimmt. Und in diesem Zusammenhang stellen wir sicher nur einen Tropfen auf den heißen Stein dar. Doch beharrlich wurde genau dieses Ziel nun 25 Jahre verfolgt. Und ich habe mir ein Vierteljahrhundert später – im Februar 2017 - nicht vorstellen können, dass das, was im Februar 1992 mit einer ersten Reise in das große Waisenhaus in Szekuli Kerezstur (Cristuru Secuiesc) begann, heute noch zu irgendwelchen „relevanten“ Zeilen führt. Aber so ist es geworden. Und es sind (geschätzt) 200 bis 300 einzelne individuelle und unverwechselbare Kinderschicksale, die durch unsere Arbeit eine entscheidende Wendung erfuhren. Es gibt sogar noch einen größeren Horizont dieses Handelns und Erlebens.

 

Genau im Jahr 1994 geschah die erste große Wendung. Wir besuchten mit einigen Mitarbeitern das Säuglingheim Sinmartin in der Nähe von Mircurea Ciuc (ungar. Czikzereda). Darunter waren einige Jugendliche aus Hemmingen. In einer Wilkenburger Familie wurde anschließend sämtliche Wäsche, vor allem die Bettwäsche, mehrfach durchgewaschen, um die Flöhe wieder loszuwerden. Mit den Flöhen ist das gelungen. Mit den Eindrücken nicht. Bis heute kostet solch eine Erinnerung noch Tränen, macht uns aber auch sicher in dem Bewusstsein, dass wir tun mussten, was wir taten.

 

Manche mögen es für einen Nebeneffekt halten, weil es nur wenigen bewusst ist, ich nicht: Unser Projekt und das befreundete in Lipova in der Nähe von Arad waren die ersten, die für verlassene Kinder Familienhäuser errichteten. Dort mit großer Vehemenz und wohl auch größerer Kraft. Aber ich hatte ca. 1994 den Kontakt mit einem Professor der Universität Cluj Napoca (Klausenburg). Es ging darum, einen „Sozialpädagogen“ für unser Projekt zu finden. Das Vorhaben gelang bedingt. Der frisch ausgebildete „Sozialpädagoge“ fing bei uns an, wurde dann aber schnell der Direktor des großen Waisenhauses. – Aber, was kaum bemerkt wurde von einer Öffentlichkeit: Der genannte Professor erhielt von uns unser Konzept für Familienhäuser, das sorgfältig ausgearbeitet war. Eine echte Sozialpädagogik hatte es bis dahin in Rumänien nicht gegeben – unter Ceausescu. Aber nun war das Land hungrig nach neuen Erfahrungen. Plötzlich und unerwartet gab es für das ganze Land in Cluj eine „erfahrene Kraft“, die wissenschaftlich das Thema „Familienhäuser“ als Lösung zur Sprache brachte. Und selbige schossen auch bald fast überall aus dem Boden. John Tiriac und Politiker in höchsten Staatsämtern brüsteten sich bald mit ihnen. Ich glaube, es ist nicht unbescheiden, hierin mehr als einen Nebeneffekt unserer Arbeit zu sehen. Das Familienhauskonzept wurde von uns als Problemlösungsmodell nach Rumänien gebracht. Einschränkend müssen wir allerdings gestehen, dass seltsame bis unmenschliche Blüten in späteren Zeiten – nämlich dem Bemühen, EG-Auflagen genügen zu müssen – als „Familienhäuser“ bezeichnet wurden: Miete einen Plattenbau für 6 Jugendliche. Nimm 6 Erzieher (Arbeitstag á 6 Stunden, also 4facher Wechsel im Tag, einen für Urlaubszeiten (Urlaub = bis zu 3 Monaten), und einen für Krankheitsfälle = 6) und du hast ein Familienhaus – allerdings ohne persönlich menschliche Beziehungen zu einem „Elternpaar“, was für unser Konzept unabdinglich war. Erinnern wir uns: „Jedes Kind hat ein Recht auf eine Familie!“ Dieses verwässerte Familienhausmodell kam gerade recht, um zahllose verlassene Kinder vor den scharfen EU-Augen zu verbergen. Plötzlich gab es durch Ministerialbeschluss keine Waisenhäuser und Säuglingsheime mehr. Die Kinder mussten versteckt werden.

 

 

Wendungen

 

Wie kam das alles?

 

Die Antwort ist einfach und fast zu schlicht: 1991 haben Martina und ich geheiratet. Wir wollten nicht so lange warten, um eine Familie zu gründen, entschlossen uns zur Adoption. Wir wandten uns an Freunde in Bautzen. Von dort kam die Antwort: „Wir verkaufen ja alles an den Westen, unsere Häuser, unsere Straßen, unsere Felder – aber unsere Kinder nicht!“  Doch wir lernten dort Die Rumänien-Initiativgruppe Bautzen kennen. So fuhren wir bald mit nach Rumänien. Auf unsere Petition hin wurde die bis dahin unmögliche Rumänien-Adoption im Bundestag bewilligt. So gründeten wir unser eigenes Familienhaus, heute schon mit Enkeln. Doch die vielen anderen Kindergesichter ließen uns nicht mehr los.

 

Im vergangenen Jahr nahmen wir als Gäste an einer besonderen Zirkusveranstaltung in Hannover teil. Die rumänische Zirkusgruppe aus unserem entsprechenden Projekt war zu Begegnungen und Vorstellungen eingeladen. Eine wunderschöne Aufführung, die die beständigen Förderer unserer Rumänienarbeit zu Recht auch stolz machen konnte. Aber dann stockte allen Beteiligten der Atem. In einem Grußwort beschrieb eine Vertreterin der Gemeinde Hemmingen auf unserem (!) Fest, wie eine andere Organisation sich um die Kinder kümmere und wir von der RAGH auch Kleidertransporte und Sachleistungen durchführten! 25 Jahre vor allem Materiallieferungen? So viel Unkenntnis mitten in Hemmingen hätte ich nach zweieinhalb Jahrzehnten Arbeit nicht erwartet.

 

Aber versöhnlich gestimmt können wir uns ja auch daran erinnern: bis 1994 war das wirklich so (wenn auch das damals schon längst nicht alles war). Dennoch hoffen wir, dass in Hemmingen und darüber hinaus doch mehr Menschen verstanden haben, worum es uns wirklich geht und was wir tun. Aber wir haben erschrocken erkannt, dass das nicht selbstverständlich ist. Neben vielen Materialspenden, die wir glücklicherweise aus dem Raum Hemmingen erhielten und die auch wichtig sind, hoffen wir doch, dass unsere Arbeit inhaltlich evident ist und uns auch weitere Mitglieder und Mitarbeiter zuführen wird.

 

Unsere erste Reise fand im Februar 1992 mit der später mit uns befreundeten „Rumänien-Initiativgruppe Bautzen“ statt, die damals schon zwei Jahre lang existiert hatte. Bereits im April 1992 fuhren wir selbst – hinter uns einen gespendeten prall gefüllten Anhänger herziehend – in die Vorkarpaten. Von der ersten Minute an erhielten wir auch die volle Unterstützung unserer Pfarrsekretärin: Gudrun Franzke -  und das weit über ihre Arbeitszeit hinaus! Dieser „Transport“ war bereits das Ergebnis einer Gruppenarbeit: Die Geburtsstunde der RAGH! Ich halte noch ein Dokument aus diesen Tagen in Händen.  Es ist die amtliche Pflegevollmacht für zwei Kinder in dem großen Waisenhaus.

 

In Wilkenburg, Arnum und Hemmingen bildete sich das Team, das sich mit großer Hingabe der Arbeit im zweitgrößten Waisenhaus Rumäniens und seiner ländlichen Umgebung widmete und mindestens einmal jährlich eine große Reise antrat. Eine Einsicht, zusammengefasst in dem Kernsatz: „Kinder brauchen Eltern“, war, dass wir andere Gewichte setzen mussten als bisher. Sie führte ab 1994 zur Errichtung von Familienhäusern.

 

Als Pastorenehepaar der Gemeinde hatten Martina und ich viele Möglichkeiten, diese Entwicklung in einem wachsenden Team mitzugestalten. Dann aber kam um 1997/1998 die Hiobsbotschaft, dass wir durch eine Stelleneinsparung Wilkenburg verlassen mussten.  Damit drohte das Ende des ganzen Projekts. Ich wusste, ich könnte es mir in einem neuen Lebens- und Arbeitsraum mit Sicherheit nicht leisten, das Projekt „mitzunehmen“ und einfach einer anderen Gemeinde aufzudrücken.

 

So wurde die Satzung für die Gründung eines Vereins geschrieben. Gleichzeitig gründeten wir in Keresztur einen Parallelverein. Beide zusammen, so war unsere einzige Hoffnung, würden die Chance auf eine Weiterführung des Familienhausprojektes möglicherweise erhalten.

 

Dass das tatsächlich gelang, ist einem kleinen Kreis konkreter Menschen zu danken, die zäh und nachhaltig bei der großen Aufgabe blieben, und einem etwas größeren Kreis von dauerhaften Förderern. Für mich ein Grund zum Staunen und zu einer tiefen Dankbarkeit. Diese nachhaltige zähe Geduld bewiesen auch eine gastgebende Ortsgemeinde (Filiasi oder Fiatfalva, je nach Sprache) mit ihren Pastoren und unser geschäftsführender Mitarbeiter; Sebestyén Laszlo und seine Frau Magda. Manchmal war auch von beiden Seiten die Geduld miteinander notwendig.

 

Zu den Wendungen zählte auch eine pädagogische Einsicht, die zu Ideen führte, um der Arbeit mehr Tiefgang zu verschaffen: Kinder brauchen nicht nur unsere Liebe. Es ist auch wichtig, ihre Möglichkeiten zu entdecken und zu fördern, ihnen im wahrsten Sinne des Wortes „Spielräume“ für die Selbsterfahrung und –entfaltung zu gewähren, auch Grenzen zu entdecken. Drei von diesen Maßnahmen sind besonders erwähnenswert: Mit einem musikalischen Bläserprojekt wurde für die 10 Jahre währende Internationale „Dekade zur Überwindung von Gewalt“ mit Hilfe der Ev. Landeskirche, insbesondere des Posaunenwerks Hannover, ein Bläserchor entwickelt. Teilweise 30 Personen erlernten ein Blasinstrument, es gab sogar einige binationale „Posaunenfeste“ auf dem Boden der Familienhäuser. Auch ein Besuch auf dem Kirchentag in Hannover gehörte zu den großen Höhepunkten. Leider fehlten mit dem Ende der Dekade auch die Mittel für eine Weiterführung des Unternehmens. Mögen die teuren Instrumente weiterhin einen segensreichen Dienst im Lande leisten.

 

In dieselbe Richtung geht das Zirkusprojekt, das durch den Kinderarzt Johannes Leonhardt, etabliert auch als „Zauberer Jonas“, ins Leben gerufen wurde, und sich bis heute noch weiter prächtig entwickelt, auch dank der Unterstützung durch Einrichtungen und Stiftungen. Es gewährt vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen genau diese Erfahrung von Möglichkeiten und Grenzen, die sich auch auf die anderen Bereiche des Lebens übertragen lässt.

 

Mit dem Namen „Grätsch“ verbunden ist schließlich auch die wichtige pädagogische Öffnung in die weitere Umgebung mit Blick auf die Ärmsten der Armen: Die Gründung der Nachmittagsschule. Die großen Heime sind zwar von der Bildfläche verschwunden, aber das große Kinderelend existiert im Verborgenen weiter und wird noch lange unsere Aufmerksamkeit brauchen, um diese nur noch unüberschaubarer gewordene Zahl der hilflosen Kinder und Familien nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Die verschlammten Brettersiedlungen von Roma oberhalb Fiatfalva (aus der auch zwei unserer Kinder stammen) wurden nicht plattgemacht, sondern erhielten mit Hilfe der RAGH ein pädagogisches Schulkonzept und neue Hoffnung. Ein Projekt, das  noch ganz in der Entwicklung ist.

 

 

Personen

 

Diesen Versuch zu wagen, ist schwierig: Es sind unzählige Personen eng mit dieser Geschichte verbunden. So beschränke ich mich bewusst auf Vorstandsmitglieder und einige der Mitbegründer.

 

Wir denken voll Dankbarkeit an Christine Zindler (†). Als Sozialarbeiterin der Gemeinde Hemmingen hat sie alle unsere sozialen Projekte voll unterstützt und mitgetragen: Die Aufnahme von Asylbewerbern (schon damals!) in Wilkenburg, die Gründung des Hemminger Verbunds „Nachbarn helfen Nachbarn“ und die RAGH. Sie starb zu früh, aber ist aus der Entwicklung dieser Arbeit nicht wegzudenken.

 

Günther und Brigitte Heinken (mit Kindern) waren vom ersten Tag an unser Begleiter und Mitgestalter in dieser Arbeit, auch was die persönliche Seite (die Adoption von vier Kindern) betrifft. Sie gestalteten den Übergang von einer Gemeindegruppe zum Verein ebenso überzeugt und geradlinig mit wie die weitere Entwicklung. Ich bin sicher, dass ohne diese Unterstützung das ganze Projekt bald beendet gewesen wäre. Sie machten viele Reisen mit und brachten oft Struktur in unsere Arbeit. Als Gäste wie als Gastgeber waren sie immer vornean. Sie verstanden es aber auch am meisten, andere gute Kräfte mit sehr positiver Ansprache an unsere Arbeit zu binden und sie zu motivieren. Heinkens Freundes- und Bekanntenkreis war dabei.

 

Dieser Student, der eines Nachmittags in unserem Pfarrbüro saß und anfragte, ob er auch etwas für rumänische Kinder tun könnte – er kann zaubern… Wir haben so reagiert: Komm mit, und du findest deine Rolle schon… Ja, Johannes Leonhardt kann wirklich zaubern, aber auf einem ganz anderen Horizont als mit Bällen und Tüchern. Auch durch seine Ideen und seine Beständigkeit entstand aus den ursprünglichen Hilfslieferungen etwas ganz anderes: Ein liebevoller menschlicher Kontakt gab dem Projekt einen ganz anderen Wurzelboden. Von uns wird in Rumänien verlangt, dass immer wieder sich Menschen finden, die es wagen ihr eigenes Leben zu verändern, damit zum Beispiel die Besetzung eines Familienhauses gelingt. Welchem Erzieher zum Beispiel sollten wir es übel nehmen, wenn er lieber weiter 6 Stunden am Tag arbeiten als 24 Stunden in ständiger Bereitschaft verbringen will? Noch Student und voll dabei, ergab sich sogar, dass Johannes gleich anfing, im benachbarten Krankenhaus zu operieren….  Ich glaube, nur an überzeugenden persönlichen Vorbildern auf unserer Seite liegt es, wenn sich dort drüben Menschen auf große Lebenswagnisse einlassen, und das oft für eine lange Lebens- und Arbeitszeit. Solche Vorbilder voller Hingabe stützen ihre Entscheidungen.

 

Ehepaar Borchert hat ebenfalls von der ersten Stunde an vieles mit eingebracht, auch immer wieder eine persönliche finanzielle Leistung und eine große logistische Begabung. Sie sind die beharrlichen ständigen Arbeiter in vielen kleinen Dingen, die andere nicht sehen. Sie stehen oft im Mittelpunkt fast jeder praktischen Organisation, auch wenn es ein Warentransport oder der „Einfall“ von 20 jungen Rumänen in unserer Umgebung ist. Auch eine oft klärende Einschätzung von Grenzen und Möglichkeiten, die dann zu einem richtigen Weitergehen führt, ist mit Borcherts Wirken verbunden. Ich hoffe noch manches Mal in Ihrem Garten sitzen zu dürfen, liebe Borcherts! Und wenn Sie mal wieder 20 Luftmatratzen benötigen…

 

Elisabeth Rotthaus ist in meinen Augen so etwas wie die Mitte, die Seele des Vereins. Ich habe den Eindruck, dass im Alltag oder im Besonderen bei ihr immer die Fäden zusammen laufen.  Ohne dass es so genannt wird, ist sie unsere Geschäftsstelle, unser Werbebüro und Öffentlichkeitszentrum, unsere Abteilung für Mitgliederbetreuung und Sekretärin. Dass ich hier nicht mehr schreibe liegt an dem Umstand, dass ich selbst ja ein wenig draußen bin und alles mehr aus der Ferne beobachte (n darf).

 

Ebenso verhält es sich mit Peter Hass, der gerade rechtzeitig zur Bildung und Installierung eines lebendigen Vereins auf (meiner) Bildfläche auftauchte. Ich glaube, auch ohne ihn wäre es nicht gegangen. Er hat die Arbeit getan, ohne die ein Verein nicht existieren kann. Wer vertritt schon gerne die Förderungswirksamkeit einer Tätigkeit Jahrzehnte vor dem Finanzamt? Wer beachtet die Vielzahl an kleinen Buchungen und Ermöglichung großer Transaktionen im täglichen Vollzug? – Ich wünsche ihm eine noch langewährende Tatkraft und Gesundheit für die nächsten 25 Jahre!!!

 

Christiane und Siegfried Grätsch (†). Der Tod von Siegfried Grätsch hat uns alle schwer getroffen. Aber wir denken an die beiden Unermüdlichen mit liebevoller Dankbarkeit. Endlich hatten wir mit Siegfried einen, der etwas vom Bauen und Erhalten verstand. Ohne ihn, der schließlich das gebündelte Wissen vom Familienhausbau und der Erhaltung für uns darstellte, wären wir nicht zu fünf Familienhäusern gekommen. Sein letzter großer Einsatz für die Nachmittagsschule hat große Nachwirkungen für die jetzige Gestalt unserer Arbeit.

 

Und da wäre natürlich auch „HaCe“! Über ihn wird an anderer Stelle berichtet.

                                                                                  

Alle lieben „Gesichter“, deren Namen und großen Beiträge auch vor mir auftauchen, bitte ich sehr um Entschuldigung, dass ich ihre Namen nicht ebenso nenne. Den genannten und ungenannten Personen ist eines gemeinsam:

 

Diese Menschen haben über die Jahrzehnte hinweg nun beharrlich den kleinen tatkräftigen Verein geführt. Dass es kaum einen Personalwechsel im Vorstand gegeben hat, bedeutet zweierlei: einerseits, dass in ungeahnter Entschlossenheit Menschen ihr persönliches Leben dauerhaft mit der Veränderung von Elend verbunden haben und zum Erfolg geführt haben. Andererseits, dass zwischen den einen im Vorstand und den anderen in der Mitarbeit ein großes Vertrauen gewachsen ist, das größte Kapital, das die RAGH auch heute nach 25 Jahren besitzt, und darum: keinerlei Fluktuation!

 

 

Danke für diesen Mut!

 

Dass ich nach Worten gerungen habe, um einen Dank auszusprechen, ist hoffentlich übergekommen. Ich bewundere Euren Einsatz und diese ganze Geschichte, an deren Ursprung ich beteiligt sein durfte. An diesem Tag, an dem ich den Artikel fertig stelle, hat unser Land einen neuen Bundespräsidenten gewählt. Und der hat uns alle in seiner ersten Ansprache eingeladen, mutig zu sein. Das trifft es. Ich versuche in diesem Artikel zu beschreiben, was Mut und  Verlässlichkeit über 25 hin Jahre bewegen können.

 

Die Welt heute ist zerrissen. Rumänien ist längst ein Randthema geworden. Die Hilfsorganisationen stehen allerorts in großer Konkurrenz, aber die Not auf der Welt scheint zu wachsen, einhergehend mit Gewalt und Intoleranz. Rumänien kämpft noch immer um eine korruptionsfreie Demokratie wie 1989, aber das wird nicht mehr so sehr öffentlich wahrgenommen. Dabei könnte unsere gemeinsame Geschichte heute vielen einen Weg zeigen:

 

Wie bitte? Das weltweite Flüchtlingsproblem kann nach neuesten Einsichten nur gelöst werden, wenn Lösungen vor Ort gefunden werden, zum Beispiel in Afrika?

 

Aber natürlich nur dann! – Fragen Sie, liebe Problemlöser auf Weltebene doch einfach uns: Wir zeigen Ihnen das zwar im Kleinen, aber wir zeigen Ihnen, wie es gehen kann!

 

Wolfgang Gerts – 12.2.2017: genau „25 Jahre danach“