Haus 1 Rugonfalva

 

Es ist unser erstes Familienhaus, und alles Nötige über Umbauplanung bis zu den Behördengängen mussten wir erst erlernen. Wichtig war auch, ein geeignetes und vor allem bereites Erzieherehepaar zu finden. Die normale Arbeitszeit dauerte für einen Erzieher damals 6 Stunden am Tag. Urlaub ein Vierteljahr. Doch unser Paar sollte bei den Kindern bleiben, als Eltern nahbar sein; wenig Entlastung durch einen einzigen weiteren Erzieher und eine Hauswirtschaftskraft. Erstaunlich, dass das gelungen ist. Aufforderung an die RAGH-Mitglieder: wer weiß es genauer und kann hier etwas beitragen? -Wer hat ein Foto von diesem GANZEN Haus?

Hier sind schon  mindestens ca. 40 Schüler/-innen aufgewachsen!

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1998 wurde unser 1. Familienhaus in Rugonfalva, ganz in der Nähe der Stadt Keresztur bezogen: Piroska und Mihael waren die beiden ersten Erzieher aus dem großen Waisenhaus, die sich bereit erklärt hatten, zusammen mit 10 Heimkindern in das von uns errichtete Haus einzuziehen. Levente, der auch zuvor im Heim gearbeitet hatte, wurde als 3. Erzieher angestellt. In der Küche half Ida, die aus dem Dorf Fiatfalva stammt. Später übernahm László Irenke diesen Posten.

 

Auf dem Foto sind alle 10 Kinder abgebildet, die in Rugonfalva gewohnt haben:

 

Enikö, Csaba, Elemér, Istvan, Tünde, Levente, Beata, Melinda, Richard und der „kleine“ Csaba.

 

Was ist aus den Kindern von damals geworden?

 

Richard, unten erwähnter ehemaliger Mitbewohner in Rugonfalva, meldete sich Mitte Oktober 2012 per E-Mail bei uns. Er hat inzwischen sehr gut Deutsch gelernt und lebt und arbeitet in der Nähe von Bautzen in Sachsen (s. „Richards Bericht“ und Zeitungsartikel), Im November, anlässlich unserer Jubiläumsfeier, fand ein Treffen statt, und wir haben viel von ihm über die Zeit im Familienhaus erfahren dürfen.

 

Er konnte uns folgendes über die anderen Kinder aus dem Familienhaus berichten:

 

Csaba und Beáta haben beide Abitur gemacht und leben in einem eigenen Haus in Rugonfalva ganz in der Nähe des Familienhauses. Csaba hatte eine Automechaniker Lehre begonnen aber nicht beendet. Sie arbeiten zusammen 6 Monate im Jahr in Deutschland (in der Landwirtschaft) und haben auch in Rumänien etwas Land und einige Tiere. Enikö hat Abitur gemacht und lebt mit ihrem Mann in Rugonfalva, sie haben zwei Kinder. Tünde lebt mit einem Zigeuner zusammen, der Körbe herstellt, in Rugonfalva in der Zigeuner-Siedlung. Elemer, Levente und der „kleine“ Csaba haben alle ihr Abitur bestanden und leben nun in Ungarn. Von Csaba wissen wir, dass er Tourismus studiert hat. Alle arbeiten in Betrieben und haben ein zufriedenstellendes Ein- und Auskommen. Melinda hat Betriebswirtschaft studiert und den Sohn vom Pastor in Rugonfalva geheiratet. Sie leben in einem Haus in Rugonfalva. Seitdem die ehemaligen „Kinder“ das Familienhaus verlassen haben, ist der direkte Kontakt abgebrochen. Sehr zufrieden sind wir damit, dass sich alle neu orientiert und eine eigene Existenz aufgebaut haben. Wir sind überzeugt, dass die Grundlagen dafür im Familienhaus gelegt wurden. Mihael, der Erzieher-Vater sei zwar streng aber immer gerecht gewesen und die Kinder haben von dieser Erziehung langfristig profitiert ist sich Richard sicher.

Rugonfalva war das erste Familienhaus, das wir errichtet haben. Im Bild links finden wir Sebestyén László, der als unser Geschäftsführer zwei Jahrzehnte die Geschicke unserer Arbeit und unseres Partnervereins "Ház á Hólnápert" lenkte.

 

Übrigens ist Tina G. ein wenig stolz darauf, dass sie das Grundstück bei einem Spaziergang entdeckt hatte.